Globaler Aktionstag, 12. Mai 2012
Am 12. Mai gehen weltweit Menschen auf die Straßen und Plätze, um einen grundlegenden gesellschaftlichen Wandel anzustoßen. Die massiven Probleme und Ungerechtigkeiten in Wirtschaft, Natur und sozialem Miteinander haben weltweit ihren Ursprung in einer unsolidarischen und naturzerstörenden Wirtschaftsordnung, fortwährendem Demokratieabbau, einem unsolidarischen Geldsystem sowie ungerechten Eigentumsverhältnissen. Das System ist nicht in der Krise, sondern die Krise ist das System! Nur gemeinsam werden wir in der Lage sein, ein gerechtes und solidarisches Miteinander zu entwickeln!
Deshalb heißt es am 12. Mai: Ya basta! Es reicht!
Und die Vision bleibt: democracia real Ya! Echte Demokratie Jetzt!
Macht mit – Sternmarsch zum Alex/Neptunbrunnen 12. Mai Los geht’s – an allen Startpunkten um 14 Uhr
Weitere Infos gibts hier --> http://12mai-berlin.org
H&B-Public/Action schlägt vor:
GLOBAL CHANGE NOW! Den globalen Aktionstag am 12. Mai (siehe Bildanhang) als Anlass für einen öffentlichen Auftritt von Haben & Brauchen aufgreifen.
Wann? 12. Mai, 14:00 Uhr
Wo? Treffpunkt: Kottbusser Brücke. Sternmarsch zum Alex/Neptunbrunnen
Was? Verteilen des gekürzten Manifests, Öffentliche Sichtbarkeit - Plakate, Transparente, Outfits, Flyer, Unterstützen von GLOBAL CHANGE NOW! Socialising, …
MACHT MIT! Bis zum 12. Mai
Die erste Version des
Haben und Brauchen MANIFESTs
ist erstellt. Endlich! Nun sind wir gespannt auf euer Feedback und freuen uns auf anregenden Auseinandersetzungen.Zur Präsentation und Diskussion des Manifestes laden wir Euch am
Sonntag, den 29.1.2012 in den Salon Populaire (Bülowstrasse 90, 10789 Berlin) ein:
15-18 Uhr In einem Workshop werden wir versuchen, eine Kurzform des Manifests zu erarbeiten. Alle Interessierten sind herzlich dazu eingeladen.
19 Uhr Präsentation und Diskussion
Das Manifest wird ab dem 23.1.2012 auf der Haben und Brauchen Webseite in englischer und deutscher Sprache herunterladbar (www.habenundbrauchen.de), und als gedrucktes Heft an den folgenden Orten für eine Schutzgebühr von 3 € erhältlich sein:
Archive Kabinett (Dieffenbachstrasse 31, Kreuzberg),
b_books (Lübbenerstr. 14, Kreuzberg),
berufsverband bildender künstler berlin e.V. (Köthener Str. 44, Kreuzberg),
Motto Berlin (Skalitzer Str. 68, Kreuzberg),
NGBK (Oranienstrasse 26, Kreuzberg),
Pro qm (Almstadtstraße 48-50, Mitte),
Schwarze Risse (Gneisenaustr. 2a, Kreuzeberg),
Schwarze Risse (Kastanienallee 85, Prenzlauer Berg)
Am 29. Januar dabei sein werden u.a. Jochen Becker, Ellen Blumenstein, Daniela Brahm, Paolo Caffoni, Diego Castro, Christiane Delbrügge, Fred Dewey, Naomi Hennig, Mathias Heyden, Karin Käsbock, Kerstin Karge, Heiko Karn, Katharina Karrenberg, Heimo Lattner, Julia Lazarus, Sebastian Löwe, Diana McCarty, Angela Melitopoulos, Ralf de Moll, Herbert Mondry, Stefan Pente, Judith Raum, Les Schliesser, Åsa Sonjasdotter, Stella Veciana und Florian Wüst.
Wir freuen uns auf Euer Kommen!
Herzliche Grüße,
Joerg Franzbecker, Erik Göngrich, Ines Schaber und Jan Verwoert
HABEN UND BRAUCHEN MANIFEST.
PRÄAMBEL
Bis vor wenigen Jahren ermöglichte die besondere historische Situation Berlins besondere Arbeits- und Lebensbedingungen in der Stadt: im Gegensatz zu anderen Großstädten bestand kein besonderer Druck auf dem Wohnungsmarkt und das Angebot an Räumen ermöglichte eine vielfältige, oft selbstorganisierte Kunstpraxis.
Diese Situation beginnt sich nun dramatisch zu verändern. Die Mieten steigen und der Druck auf die Produktions- und Lebensbedigungen erhöht sich, ohne dass sich die Situation zum Gelderwerb verbessert hätte. Nach wie vor verdienen die meisten Kulturschaffenden ihr Geld außerhalb Berlins.
Die rege Kunstszene entwickelte sich in Berlin weniger durch besondere Unterstützung der öffentlichen Hand, sondern durch ihre historische Situation. Genau in dem Moment, in dem sich Bedingungen für Kulturschaffende jedoch dramatisch verschlechtern, besinnt sich die Stadt auf ihre Künstlerinnen. Das ist im Prinzip willkommen zu heissen. Die Auffassung, wie Kunst zu fördern sei, steht bis jetzt jedoch im scharfem Gegensatz zu dem, was Künstlerinnen selbst als notwendig erachten. Unserer Meinung nach brauchen Kulturschaffende heute zuallererst eine Absicherung ihrer Produktionsbedingungen (und nicht notwenigerweise eine neue Kunsthalle).[1]
Die seit 2011 tätige Aktionsgruppe Haben und Brauchen bietet in diesem Rahmen für Akteure aus dem Kunstfeld und angrenzender Tätigkeitsbereiche eine Diskussions- und Aktionsplattform an. Berlin unterscheidet sich in seiner sozialen und ökonomischen Struktur immer noch von anderen Städten weltweit. In der historisch bedingten Heterogenität und Durchmischung der Stadt liegt ein Potential für die Zukunft und kein Auslaufmodell der Vergangenheit. Vor diesem Hintergrund gilt es ein Bewusstsein und Selbstverständnis darüber herzustellen, was die künstlerischen Produktions- und Artikulationsformen, die sich in Berlin über die letzten Jahrzehnte entfaltet haben, auszeichnet und wie diese erhalten und weiterentwickelt werden können. Deshalb ist es von Bedeutung, sich nicht auf die Forderung nach städtischen Freiräumen und bezahlbaren Ateliers, nach Erhöhung und Neuorientierung der öffentlichen Kunstförderung zu beschränken, sondern eine Anbindung an aktuelle Diskussionen um Stadtentwicklung, Liegenschafts- und Mietenpolitik zu vollziehen und sich im Hinblick auf die Begriffe und Realitäten von Arbeit, Produktivität und Gemeinwesen zu positionieren.
Das in diesem Zusammenhang enwickelte und hier vorliegende Manifest wurde von mehr als 40 Personen in gemeinsamer Arbeit geschrieben. Dieses gemeinschaftliche Schreiben ist ein Experiment und der Versuch, die vielfältigen Stimmen zur Situationen der zeitgenössischen Berliner Kunstszene zu vermitteln und zur Diskussion zu stellen. Es versteht sich als ein erster Schritt — zu weiteren
Diskussionen und Aktionen genauso wie zur Fortsetzung des Textes.
[1] Der offene Brief in Reaktion auf die geplante „Leistungsschau junger Kunst aus Berlin“ vom 25. Januar 2011 hat eine breite kulturpolitische Debatte ausgelöst und zu einer Aktivierung der Auseinandersetzung um Gegenwart und Zukunft der Produktions- und Präsentationsbedingungen zeitgenössischer Kunst in Berlin beigetragen. Siehe www.habenundbrauchen.kuenstler-petition.de
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